Telefonaktion zum AOK-Arztnavigator
In einer Telefonaktion der Ärzte Zeitung hat Jürgen Graalmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, am Mittwoch (1. September) zwei Stunden lang die Fragen von Ärzten zum AOK-Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste beantwortet. Welche Ziele verfolgen die AOK und das Projekt Weisse Liste mit dem Portal? Wie wird verhindert, dass ein Patient den gleichen Arzt mehrfach bewertet? Und in welcher Form werden die Bewertungsergebnisse der Ärzte veröffentlicht? Diese und andere Fragen konnten interessierte Mediziner - nicht nur aus den drei Pilotregionen Berlin, Hamburg und Thüringen - direkt an den Vorstand der AOK stellen. Auch Sebastian Schmidt-Kaehler, Senior Project Manager bei der Bertelsmann Stiftung und Projektleiter der "Weissen Liste", stand den Ärzten Rede und Antwort.
Im Gespräch mit den Ärzten erläuterten Graalmann und Schmidt-Kaehler die Motive der Projektpartner und erklärten die Besonderheiten des Portals. Die Anrufer fragten vor allem nach der Gestaltung des Ergebnisportals, aber auch nach der Methodik der Befragung. Außerdem ging es in den Gesprächen darum, wie Ärzte das Portal - zum Beispiel im Rahmen des praxisinternen Qualitätsmanagements - für sich nutzen können. Die Ärzte Zeitung wird am kommenden Montag (6. September) ausführlich über die Aktion berichten.
"Unser Ziel ist größtmögliche Transparenz gegenüber den Ärzten", betonte Graalmann. "Mit dem Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste wollen wir eine Arztsuche schaffen, die auch den Ansprüchen der Ärzte auf ein faires Verfahren und belastbare Ergebnisse gerecht wird."
Seit Ende Mai läuft die Pilotphase zum AOK-Arztnavigator auf Basis der Weissen Liste in Hamburg und Berlin, seit Anfang Juni auch in Thüringen. Unter www.aok-arztnavi.de können fast zwei Millionen AOK-Versicherte aus den Pilotregionen an einer Befragung zu ihren Erfahrungen beim Arztbesuch teilnehmen. Die Ergebnisse sollen als Basis für eine Online-Arztsuche neuer Qualität dienen. Initiatoren des Projektes sind die AOK und die Weisse Liste, ein Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen in Deutschland.
Der Fragebogen besteht aus 33 Fragen zu den Themenfeldern "Praxis und Personal", "Arztkommunikation", "Behandlung" und "Gesamteindruck". Er ist in einem mehrstufigen Verfahren nach höchsten wissenschaftlichen Standards entwickelt worden. Sowohl Datenschützer als auch Ärztevertreter sind in die Entwicklung des Projekts einbezogen worden.
Die Ergebnisse zu einem Arzt sollen erst veröffentlicht werden, wenn eine Praxis eine zweistellige Mindestanzahl von Beurteilungen erhalten hat - einseitige Darstellungen aufgrund weniger Beurteilungen sind so ausgeschlossen. Auf Freitextbewertungen verzichten die Initiatoren bewusst, um Schmähkritik kein Podium zu bieten. Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse sollen die bewerteten Ärzte die Möglichkeit haben, ihre Befragungsergebnisse zu kommentieren.
Quelle: Pressemeldung AOK-Bundesverband GbR
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